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Thum & Wilharm KG, Orthopädietechnik Hamburg
Orthesen

Orthesen

Allgemeines

Was ist Biomechanik ?

Radcliffe :
Biomechanik ist die Wissenschaft , die sich mit dem Verhalten von biologischen
Systemen unter dem Einfluß  von inneren und äußeren Kräften beschäftigt.

Uhlig :
Biomechanik in der Orthopädietechnik ist die Lehre von der Einwirkung technischer
Hilfsmittel auf lebende Gewebe und den Auswirkungen auf menschliche Haltungs und Bewegungsfunktionen.

Taschenbuch der Physik, Stocker Verlag Deutsch, Thun und Frankfurt :
Biomechanik ist ein Teilgebiet der Biophysik, das sich mit den mechanischen
Vorgängen in den Organismen befasst.

Anforderungen an Orthesen :

  • Zweckdienlich im Sinne angewandter Biomechanik
  • Passgerecht
  • Schnelle Versorgung
  • Einfache Anpassung, leicht änderbar
  • Leicht, ästhetisch
  • Wirtschaflich

Da die obere Extremität insbesondere auch der  Wahrnehmung dient ist bei einer orthetischen Versorgung jede unnötige Einschränkung der taktilen Reize zu vermeiden. Eine passgerechte und zu den Gelenkkdrehpunkten kongruente Versorgung versteht sich von selbst.

Als Materialien stehen je nach Anforderung alle in der Orthopädietechnik üblichen Werkstoffe zur Verfügung.  Elastische Materialien als Strickwaren, Neopren, Leder, Metalle, eine Vielzahl von ständig weiterentwickelten Kunststoffen insbesondere Tieftemperaturthermoplaste finden im Finger- und Handschienenbereich vielseitigen Einsatz.

Grundsätzlich werden Orthesen individuell an den Patienten angepaßt, dabei dienen als Grundlage entweder Fertig-/Halbfertigprodukte, Modulsysteme oder individuelle Maß-anfertigungen.

Einteilung der Orthesen

nach Tragezeit:

  • Kurzzeitorthesenbis 4 Wochen
  • Langzeitorthesenlänger als 4 Wochen

nach Einsatzgebiet / Ausführung

  • Statische Orthesen
  • Dynamische Orthesen

Statische Orthesen

dienen der Fixation, Korrektur, des Schutzes oder zur Stützung eines oder mehrerer
Gelenke und zur Kontrakturprophylaxe.

Dynamische Orthesen

dienen der Anwendung einer konstanten Kraft auf ein bewegliches Körperteil. Da diese Orthesen die Beweglichkeit der Gelenke unterstützen, werden sie auch dynamische Orthesen genannt. Sie werden zur Redression und Auflockerung bei bestehenden oder drohenden Deformitäten oder Kontrakturen eingesetzt.
In der Praxis  überschneiden sich die Funktionen von statischen und dynamischen Orthesen. Eine dynamische Orthese hat auch immer einen statischen Anteil.

Korrektur- Zugkraft und Zugrichtung

Die Korrektur-Zugkraft soll immer im Winkel von 90° auf das zu korrigierende Glied wirken. Die Gegenkräfte sind oft durch den Hebel-arm bedingt größer, daher auf gute Platzierung achten.

Bei kurzer oder intermittierender Anwendung kann die Zugkraft ca. 200-300g betragen. Der maximale Druck beträgt 50 g/cm². Es muß also auf ausreichend große Anlageflächen geachtet werden. Kantendruck und Einschnürungen sind zu vermeiden.

Grundregel:

  • Hohe   Zugkraft = kurze Tragedauer
  • Geringe Zugkraft = lange Tragedauer

Hand

Funktionsstellung der Hand
Handgelenk in 20° bis 30° Flexion
Daumen abgespreizt und abduziert
Fingergrundgelenke in ca 80° bis 90°
PIP und DIP gestreckt

Dynamische Fingerschiene mit elastischem Zug zur Streckung des PIP-Gelenkes. Statische Fixierung an der Mittelhand.

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