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Thum & Wilharm KG, Orthopädietechnik Hamburg
Normale und gestörte Haltung

Beurteilung der Haltung (Inspektion)

Eine wichtige Untersuchung für uns in der Orthopädietechnik ist die Betrachtung des stehenden Patienten von hinten. So können wir Informationen und einen ersten Eindruck über die gesamte Statik der Wirbelsäule, Stellung des Beckens und der Extremitäten bekommen.

A-P:
-ist die Wirbelsäule lotgerecht C7 - Rima Ani
-oder besteht eine seitliche Ausbiegung
-Reihe der Dornfortsätze
-besteht ein Beckenschiefstand? Ist er ausgleichbar (strukturell/funktionell)
-asymmetrisches Becken !?!
-Beckenverwringung !?!
-Michaelis-Raute
-Stand des Schultergürtels
-Symmetrie der Schulterblätter zueinander
-Taillendreieck

Bei der Palpation ertasten wir Knochenpunkte zur Orientierung und zur Markierung vor einem Gipsabdruck. Vor dem Palpieren sollte immer der Patient informiert werden, über das was jetzt mit ihm passiert!
Es muss vorher erfragt werden, ob schmerzhafte Erkrankungen vorliegen. Dann ist  natürlich äußerste Vorsicht geboten!

M-L:
-Sagittalprofil der Wirbelsäule mit den physiologischen Krümmungen
-Was ist normal? Siehe Abb. unten
-Beckenstellung
-Beugekontrakturen und Achsenstellung der unteren Extremitäten
-Oberschenkelprothese


Muskeleinfluss auf die Beckenstellung:
 Aufrichtend (Kyphosierung der LWS)
-M. glutaeus maximus
-Ischiocrurale Muskulatur
-M. rectus abdominis
-M. erector spinae (thorakale Anteile)

 Kippung (Lordorsierung der LWS)
-M. iliopsoas
-M. erector spinae (lumbale Anteile)
-M. rectus femoris


Die Verstärkung der Lendenlordose ist in der Regel mit Verstärkung der Brustkyphose und der Halslordose verbunden, dies hat eine Verkürzung des Rumpfes zu folge.

Beurteilung der Beweglichkeit (Funktionsprüfung)
Die Wirbelsäule, wird, wie die anderen Gelenke auch, nach der Neutralnullmethode als Befund dokumentiert. Wieder schauen wir in A-P Richtung auf den Rücken des Patienten und lassen ihn sich nach vorn beugen. Die Wirbelsäule erhält ihre Beweglichkeit aus der Summe der Bewegungsmöglichkeiten der einzelnen Wirbelsäulenabschnitte.

Zwei Untersuchungsmethoden sind die nach Schober und Ott. Schober markiert im Stand die Wirbelsäule im lumbalen Bereich ab S1 10cm kranial, Ott markiert die Wirbelsäule thorakal ab C7 kaudal 30 cm. Beugt sich der Patient maximal nach vorn, erhalten wir neue längere Werte, die einen Rückschluss auf die Beweglichkeit der Wirbelsäule geben.

In Vorbeuge achten wir auf:
-Reihe der Dornfortsätze
-Rippenbuckel
-Beckenstand und Kulisse (Beckentorsion bzw. Beckenverwringung)
-Schultergürtel


Bei der Rumpfneigung zur Seite (im Stand oder sitzend) achten wir auf:
-einen gleichmäßig geschwungenen Bogen der gesamten Wirbelsäule
-den Bewegungsausschlag und die
-Symmetrie der beiden Bewegungsausschläge
-Siehe auch „Bending - Röntgenaufnahme“ bei Skoliosen S.77

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