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Thum & Wilharm KG, Orthopädietechnik Hamburg
Gipsabdruck für Rumpforthesen

Der Gipsabdruck für Rumpforthesen

Die Arbeitsvorbereitung ist beim Gipsen immer sehr wichtig für einen reibungslosen Ablauf!
Vorbereitung:

-Gipsen im Stehen, Sitzen oder liegend? Mit dem behandelnden Doktor klären!
-Was für eine Versorgung? auch mit Dr. klären
-Welche Gipstechnik? abhängig von der Belastbarkeit des Patienten
-Wieviel und welche Gipsbinden sollen benutzt werden?
-Allein oder mit mehreren Helfern gipsen, Ablauf besprechen und einteilen!?
-Sind alle benötigten Werkzeuge zurechtgelegt und funktionsbereit?
-Patienten betreuen!!! Aufklären, über das, was Sie jetzt mit ihm vorhaben, nehmen Sie ihm seine Angst. Arbeiten Sie ruhig und konzentriert. Sorgen Sie dafür, dass Sie während des Gipsabdruckes nicht gestört werden (durch z.B. Anrufe oder Anfragen).
-Schutztrikots abnähen (2x) und dem Pat. zum anziehen geben und/oder dabei helfen.
-Markierungen anbringen, Patienten „ausrichten“

stehend, sitzend oder liegend?
In welcher Stellung der Gipsabdruck vom Rumpf angefertigt wird, hängt unter anderem von der Verfassung des Patienten und der Belastbarkeit der Wirbelsäule ab. Faktoren können sein:

-Postoperativer Zustand mit Schmerz oder instabile WS
-Instabiler Kreislauf nach längerer Liegephase des Patienten
-Starke Schmerzen bei Bewegung
-Schmerzen beim „still“ - stehen während des Abdruckes
-Patient kann aus eigener Kraft nicht solange stehen

Markierung der orthesenrelevanten Knochenpunkte vor dem Gipsabdruck

Mit einem Kopierstift auf dem äußeren Schutztrikot anzeichnen, darauf achten das der Patient sich da nicht mehr stark bewegt, um ein Verrutschen zu vermeiden.

Dorsal:
-C7 als Bezugspunkt für das Lot
-Achselhöhlenlinie
-Unterer Schulterblattrand
-Wirbelsäulenverlauf
-Spina iliaca posterior superior
-Rima Ani  A-P Lotlinie

Ventral:
-clavikula - Verlauf
-Achselhöhlenlinie
-Sternumspitze
-Unterkante Rippenbogen
-Spina iliaca anterior superior

Lateral:
-Cristiae illiaka
-Trochanter major
-M-L Lotlinie

Der Abdruck

Gipsbinden
Die Wahl der Gipsbindenart hängt von der Zeit ab, die wir benötigen, um den Körper des Patienten abzuformen. Im wesentlichen unterscheiden sich:
Eingestreute Ruhrstern - Binden= sehr lange plastische Phase
Lohmann Gipsbinden (normal)= lange plastische Phase
Biplatrix BDF Gipsbinden (schnell)= kurze plastische Phase

Je besser und sorgfältiger das Gipsnegativ angefertigt wird, desto genauer ist das spätere Modellpositiv. Die Volumenzunahme durch das Auskristallisieren der Gips-moleküle des Modells spielt in der Rumpforthetik nur eine untergeordnete Rolle. Hier sorgt die Volumenzunahme sogar für einen kleinen Vorteil, es kommt dadurch zu einem größeren Umfang und so zu einem kleinen Korsettaufstand.

Gipsabdruck für Rumpforthesen im Stehen oder Sitzen

Korrektur- und Fixationsorthesen:
-der Patient sollte sich mit beiden Händen festhalten können (Gipsrahmen, Gehwagen,...)
-vielleicht eine Stehhilfe benutzen zur Entlastung und / oder Entlordosierung
-intraabdominaler Druck wird durch die zirkuläre Kompression der Gipsbinden erreicht

Gipsabdruck für Rumpforthesen im Liegen (Fixations- Korrekturorthesen)

...bloß wie??? Entweder mit der Zweischalentechnik oder mit speziellen Gipstischen bzw. Gestellen.

Zwei - Schalentechnik Wendetechnik auf einer normalen Trage (Gipstisch):

-Patienten richtig lagern (Bauchlage)
-erst die dorsale Schale gipsen (sehr stabil)nach dem Aushärten und Beschneiden der Kanten
-Patienten mit der Schale drehen und
-die ventrale Schale gipsen (normal stabil)
-der Abdruck wird durch die fehlende zirkuläre Kompression breiter!


-darum Maße nehmen und im Modell korrigieren! (Weichteilproblematik beachten Abdomen, Po, Beine und Brust)
-intraabdominaler Druck wird durch das richtige Modellieren erzeugt (seitlich wird reduziert).

Gipsen auf dem Rissertisch, Cotrell-Rahmen oder auf der „Stange“ (Spezieller Gipstisch)

-Ermöglicht einen zirkulären Gipsabdruck in liegender Position, bessere zirkuläre Kompression auf das Abdomen als bei dem Schalengips.
-Der Gipsabdruck, der auf dem Rissertisch abgenommen wird, ist in der Regel leicht inkliniert (im Modell beachten und ggf. durch zersägen des Abdruckes vor dem Ausgießen korrigieren!).
-Die Stange muß von dem späteren Gipspositiv abgetragen werden (Maß!).

Gips – Abform – Technik für Rumpforthesen

Die Erstellung eins Gipsnegatives im Stand (Vorschlag der Bufa)

1x eingestreute Gipsbinde
1-2 elastische Gipsbinden
2 eingestreute Gipsbinde
2 Schulter- Longuetten
2 Achsel-Longuetten
1 ventral Abschlußlonguette
1 dorsale Abschlußlonguette
1 circulär schließende, breite Schnellgipsbinde

Markierung auf dem Gipsnegativ vor dem Öffnen:

-Lotlinien (A-P / M-L)
-Öffnungsstriche

Wichtig! Nach dem Abnehmen und vor dem Ausgießen, die im Gipsnegativ übertragenen Anzeichnungen mit dem Kopierstift nachzeichnen, um so eine deutliche und kräftige Markierung auf dem späteren Gipspositiv zu erhalten.

Zweckmodellierung der Gipspositive

Die Modellierarbeiten sollen so durchgeführt werden, dass ein Gipspositiv entsteht, das die Korrekturen oder die Fixation des Rumpfes zweckmäßig und anatomisch, sowie funktionell richtig wiederspiegelt. Nur mit so einem Modell lässt sich dann ein gutes Hilfsmittel fertigen.

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