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Anlage und Entwicklungsstörungen Übersicht nach Rössler/Rüther
Variationen des Wirbelgefüges entstehen bei der Längsdifferenzierung (der Segmentation) der Wirbelsäule durch Kranial oder Kaudalverschiebung über die physiologischen Abschnittsgrenzen (Hals , Brust , Lumbal , Sakral , Steißbein-region).
Es lassen sich abgrenzen:
a) Übergangswirbel
Sie haben die Form und Eigenschaften der angrenzenden Wirbelregion angenommen: z.B.: -C7 bzw. C6 und C7 mit Halsrippe(n) -thorako lumbaler Übergangswirbel mit Lendenrippe ein oder doppelseitig -Sakralisation bzw. Lumbalisation Solche Variationen sind gewöhnlich symptomfrei.
b) Synostosen
Hier bleibt die Segmentation partiell oder vollständig aus. -Atlasassimilation, Verschmelzung des Atlas mit dem Os occipitale -Blockwirbel -Klippel-Feil-Syndrom Auch Synostosen bleiben oft symptomfrei.
c) Wirbelfehlbildungen
Sie sind primäre Differenzierungsstörungen der Wirbelsäulenanlage. Sie können alle Teile eines oder mehrerer Wirbel betreffen (Körper, Bogen, Gelenk , Dorn und Querfortsätze). Der Formenreichtum solcher Fehlbildungen ist groß, es gibt Defekte (Fehlen von Teilen), Keilwirbel (sagittal oder frontal), Halbwirbel, Viertelwirbel, Schmetterlingswirbel (bestehend aus zwei seitlichen Halbwirbeln). Einseitige Wirbelrudimente führen zu skoliotischer Verbiegung, sagittale Keilform zur Kyphose. Hier kann differentialdiagnostisch Abgrenzung gegenüber Fraktur oder tuberkulösem Gibbus notwendig werden. Spalten kommen selten im Wirbelkörper, häufiger dagegen im Bogen vor. Hier liegen sie meist mehr oder weniger ausgedehnt in der Sagittalebene, ggf. unter Mitbeteiligung des Rückenmarks und/oder seiner Häute (Spina bifida, Spondylolyse).
Unter Diastematomyelie versteht man eine sagittal an der Wirbelkörperhinterwand verlaufende fibröse, knorpelige oder knöcherne Leiste, die das Rückenmark in zwei Stränge aufteilt. Als basiläre Impression bezeichnet man eine hypoplastische Fehlbildung der Schädelbasis, bei der die Umgebung des Foramen magnum trichterförmig in den Schädel eingestülpt erscheint. Die obere Halswirbelsäule rückt somit kopfwärts. Ähnliche Veränderungen der Schädelbasis sind bei knochenerweichenden Krankheiten wie z.B. M. Paget, Osteomalazie, fibröser Dysplasie, Osteogenesis imperfecta zu beobachten (sekundäre basiläre Impression).
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