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Thum & Wilharm KG, Orthopädietechnik Hamburg
Allgemeines

Achsen, Ebenen, Bewegungsrichtungen des menschlichen Körpers

Achsen und Ebenen

A: Frontalebene
B: Sagittalebene
C: Transversalebene

1: longitudinale Achse
2: sagittale Achse
3: transversale Achse

Bewegungsrichtungen

Extension: Streckung des Rumpfes oder der Gliedmaßen

Flexion: Beugung des Rumpfes oder der Gliedmaßen

Abduktion: Wegführen der Gliedmaßen vom Rumpf in der Frontalebene

Adduktion: Heranführen der Gliedmaßen zum Rumpf in der Frontalebene

Elevation: Anhebung der oberen Extremität (bei Hebung des Armes über die Horizontale)

Depression: Herabdrücken einer Extremität

Rotation: Innen- oder Außendrehung einer Gliedmaße um die Längsachse der Gliedmaße

Anteversion: Vorschwingen,-pendeln bzw. Vorwenden vor die KörperachseRetroversion:Rückschwingen,-pendeln bzw. Rückbiegung hinter die Körperachse

Eversion: Auswärtsdrehung (Fuß)

Inversion: Einwärtsdrehung (Fuß)

Radialabduktion: Bewegung im Handgelenk in Richtung Radius

Ulnardeviation: Abweichung (der Phalangen) in Richtung Ulna

Ulnarabduktion: Bewegung im Handgelenk in Richtung Ulna

Deviation: Abweichung vom geraden Verlauf

 

Neutralnullmethode

Die Ausgangsstellung für die Messung der Gelenkbewegungen heißt Neutralnullstellung und entspricht der anatomischen Grundstellung. Diese Nullstellung der Gelenke liegt vor beim aufrechten Stand, wenn Arme und Beine gestreckt sind, beide Füße nach vorne gerichtet sind und die Hohlhände nach vorne zeigen. Die Winkelbezeichnung für den gestreckten Ellbogen oder die gestreckte Hüfte z.B. ist jetzt 0° (nicht mehr wie früher vielerorts 180°).

Die drei grundlegenden Bewegungsebenen

Die Bewegungen aller Gelenke werden in Beziehung gebracht zur Sagittalebene, Frontalebene und Transversalebene. Das Messen der Bewegung erfolgt entweder in einer dieser Ebenen oder parallel dazu. Entsprechend der Ebene, in der die Bewegung erfolgt, wird dem Bewegungsumfang der Buchstabe S, F oder T vorangesetzt. Eine Drehbewegung hingegen wird mit R (Rotation) bezeichnet.

Reihenfolge der Notierung

Alle Bewegungen werden mit drei Zahlen notiert. Bewegungen der Extension und solche, die vom Körper wegführen, werden zuerst, Bewegungen der Flexion und solche, die zum Körper hinführen, werden zuletzt notiert. Die mittlere Zahl ist gewöhnlich Null. Neigen des Kopfes oder der Wirbelsäule nach links wird an erster Stelle, die entsprechende Bewegung nach rechts wird an letzter Stelle notiert. Versteifungen (Ankylosen) oder bestimmte Stellungen eines Gelenkes werden mit nur zwei Zahlen notiert. (Nach Russe und Gerhardt).

Funktion der oberen Extremität

Die obere Extremität dient vorwiegend als Greif- und Tastorgan. Die Beweglichkeit nimmt von proximal nach distal zu, ebenso die Anzahl der Knochen und Gelenke. Das Schultergelenk erfährt durch das Zusammenwirken mit der Bewegung des Schultergürtels eine ausgiebige Bewegungsmöglichkeit. Schlüsselbein und Schulterblatt bilden eine verschiebare Basis, die nur über das innere Schlüsselbeingelenk am Brustkorb fixiert ist. Das Ellenbogengelenk gestattet neben der Beugung und Streckung auch eine Drehbewegung des Unterarms. Die Handgelenke ermöglichen der Hand die jeweils nötige Ausgangsposition einzunehmen. Ausführende Organe der Hand sind die Finger und der Daumen. Die in der Welt der Lebewesen einzigartige Opponierfähigkeit des Daumens ist dabei von großer Bedeutung. Ferner bietet das feingliedrige Bewegungsspiel der Hand die Grundlage der seelischen Ausdruckfähigkeit.

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